Alexander Loch
Center of Endangered Languages Documentation
Universitas Negeri Papua
alexander.loch@celd-papua.org

Fremdgehen mit Linguisten: Triangular appropriation at the edge of Oceania
(Westpapua, Indonesia)

(Fremdgehen mit Linguisten  Oder: Trianguläre Aneignungen am Rande Papuas)


Das von der Volkswagenstiftung substantiell geförderte Programm „Dokumentation bedrohter Sprachen“ (DoBeS) bietet seit einigen Jahren Ethnologen eine ausserordentlich reizvolle Möglichkeit, mit Linguisten zusammen zu tun, was die eigene Disziplin schon immer tat: In extrem entlegenen Regionen „Daten“ über die Fremden zu sammeln und nach wissenschaftlich etablierten Kategorien zu analysieren. Betrachtet man die Systematisierungen und Ergebnisse solcher Forschung (beispielsweise das Archiv des MPL, oder die ethnologischen HRAF), wird einerseits schnell deutlich, in welche „Übersetzungsprobleme“ Interdisziplinarität bei der Gegenstandsbildung führt. Andererseits bieten gerade die neueren  linguistischen Tools (z.B. ELAN, IMDI) methodische Potentiale, die von Ethnologen noch wenig genutzt werden.
Am Beispiel der Wooi auf Yapen Island (Westpapua, Indonesien) werden aus einem laufenden DoBeS-Projekt die triangulären Aneignungen und wechselseitigen Befremdungen von Linguisten, Ethnologen und speech community aufgezeigt, welche alsbald zu einer ausgesprochen fruchtbaren Zusammenarbeit führten.


Dr. Alexander Loch is a German psychologist and cultural anthropologist, academically affiliated with the Centre Asie du Sud Est in Paris and currently lecturing at the Center for Endangered Languages documentation of the Universitas Papua Negeri in Manokwari (Westpapua).